Hanf – Allgemein

Geschichte

Hanf ist eine der ältesten Kulturpflanzen der Welt – schon vor über 10.000 Jahren wurde Hanf in Asien genutzt. 2737 v. Chr. beschrieb der chinesische Kaiser Shen Nung wie die Pflanze als Heilmittel gegen viele Krankheiten eingesetzt werden kann. Die Menschen dachten, dass er aufgrund der Wirkung nur göttlichen Ursprungs sein kann. Deshalb wurde die Pflanze bei hinduistischen Zeremonien als Schutz gegen das Böse verwendet.

In Europa gibt es Hanf erst seit ca. 5.500 Jahren und dies aus dem Raum Tübingen in Deutschland. Hanf wurde von den alten Griechen oft als Kleidung verwendet. Um 800 n. Chr. gab es schon ein Hanfgesetz von Kaiser Karl dem Großen, welches seine Untertanen dazu verpflichtete den Biorohstoff anzubauen, da dies für Kriegspläne wichtig sei.

Im 13. Jahrhundert wurde eine neue Anwendung für Hanf entdeckt – die Papierherstellung. In Nürnberg gab es 1290 schon die erste Papiermühle auf deutschem Boden. Gutenberg druckte 1455 seine Bibel auf Hanfpapier. Auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung wurde auf Hanfpapier gedruckt, deshalb kann diese heute noch im Original betrachtet werden.

Im 1. Jahrhundert galt es in manchen afrikanischen Staaten als strafbar, wenn man kein die Pflanze anbaute. Es war sogar möglich mit diesem Biorohstoff seine Steuer zu bezahlen. Außerdem wurden Bauern, die im 2. Weltkrieg anbauten, vom Kriegsdienst befreit.

 

Biologisch

Hanf ist eine Pflanze der aus der familie der Cannabaceae. Er ist der nächste Verwandte des Hopfens und gehört somit zur Ordnung Urticales (verholzte und krautige Kletterpflanzen). Die Pflanze produziert Cannabinoide. Heute sind 65 Vertreter dieser Stoffgruppe bekannt, dabei sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD (Cannabidiol) in Hanfpflanzen am stärksten konzentriertesten Erträge liefert er aber in Gebieten mit reichlich Wasser und gemäßigten Klima. Diese zwei Stoffe sind für die psychoaktiven Wirkungen verantwortlich gemacht.

Hanf kann sehr schnell wachsen und benötigt nicht viel um zu wachsen. Er gedeiht fast überall, die besten Erträge liefert er in Gebieten mit genügend Wasser und gemäßigtem Klima. Er kann innerhalb von 100 Tagen bis zu 4 Meter in die Höhe wachsen. Hanf wirkt fast allen Krankheiten entgegen, auch gegen Schädlingsbefall wirkt er dank seiner Inhaltsstoffe CBD und THC entgegen.

Hanf ist in seiner natürlichen Form zweihäusig (diözisch), das bedeutet, dass er wächst als weibliche und männliche Pflanze heran. Es gibt bereits schon einhäusige (monözische) Sorten, die gezüchtet werden. Die weiblichen Pflanzen sind meistens größer. Außerdem ist der CBD- und THC-Gehalt der weiblichen Pflanzen größer.

 

Verbot von Hanf – Warum ?

1911 fand in Den Haag die erste internationale Opiumkonferenz statt. Die italienische Regierung wollte, dass “Cannabis zusammen mit Opium, Morphium und Kokain den gleichen strengen Regelungen und Strafen zu unterwerfen”. Dies wurde aber von den anderen Teilnehmern der Konferenz abgelehnt. In Deutschland blieb Cannabis bis 1924 frei in Apotheken erhältlich. Am 17. Dezember 1924 beschlosse die Teilnehmer der Genfer Opiumkonferenz “Indischen Hanf” unter gleich strenge Kontrollen wie Opium, Heroin, Morphin und Kokain zu stellen.

Die Studentenrevolte um 1968 brachte Hanf wieder auf die deutsche Tagesordnung. Die deutsche Regierung überarbeitete daraufhin das bestehende Opiumgesetz. Das abgeänderte Gesetz verbietet seit 1971 Cannabis und einige andere Drogen vollständig. Seit 1982 gibt es eine Änderung im BtMG, seitdem ist der Anbau von Hanf strafbar.